Gemeinsame Pressemitteilung zur Haushaltsberatung

SPD, Grüne und Linke fordern verbindlichen

Sanierungsfahrplan für Bad Salzuflen

Gemeinsamer Antrag wird in die Haushaltsberatungen eingebracht –

Gesprächsbereitschaft besteht weiterhin

Die Ratsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke bringen einen

gemeinsamen Antrag für einen mehrjährigen Konsolidierungs- und

Sanierungsfahrplan in die Haushaltsberatungen der Stadt Bad Salzuflen ein.

Angesichts des für 2027 erwarteten hohen Defizits reichen einzelne Kürzungen,

höhere Einnahmen und einmalige finanzielle Effekte aus Sicht der drei Fraktionen

nicht aus. Erforderlich ist ein Gesamtplan, der im Jahr 2027 beginnt und

mindestens bis 2031 zeigt, wie das strukturelle Defizit schrittweise verringert und

der Haushaltsausgleich wieder erreicht werden kann.

„Einmalige Einnahmen oder der Verkauf städtischen Vermögens können ein

Haushaltsjahr rechnerisch entlasten. Sie lösen aber kein dauerhaftes Defizit. Wir

brauchen einen verlässlichen Plan, der zeigt, wie Bad Salzuflen auch nach 2027

finanziell handlungsfähig bleiben kann“, erklärt Wiebke Kopsieker,

Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

Kim Neef, Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke, ergänzt: „Die Konsolidierung

darf sich außerdem nicht einseitig auf soziale Angebote, Kultur, Sport und andere

freiwillige Leistungen konzentrieren. Alle Bereiche des Haushalts müssen auf den

Prüfstand.“

Der gemeinsame Antrag verlangt zunächst eine verständliche Berechnung des

dauerhaften Haushaltsdefizits. Anschließend soll für jedes Jahr festgelegt werden,

um welchen Betrag diese Lücke verringert werden soll und wann ein

ausgeglichener Haushalt wieder erreichbar ist.

Dabei muss klar unterschieden werden, welche Maßnahmen den Haushalt

dauerhaft verbessern und welche nur einmalig Geld bringen, wie z. B. durch einen

Grundstücksverkauf. Auch die finanziellen und gesellschaftlichen Folgen der

Maßnahmen sollen dargestellt werden. Rat und Öffentlichkeit sollen regelmäßig

darüber informiert werden, was umgesetzt wurde und welche Verbesserungen

tatsächlich erreicht worden sind.

Die Kommunalaufsicht soll frühzeitig an der Entwicklung des Sanierungsfahrplans

beteiligt werden. Sollte ein formelles Haushaltssicherungskonzept gesetzlich

erforderlich werden oder sich diese Entwicklung abzeichnen, kann der bereits

erarbeitete Plan unmittelbar als Grundlage genutzt und entsprechend

weiterentwickelt werden.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke weisen ausdrücklich die Darstellung

zurück, sie hätten die Haushaltsberatungen aufgekündigt oder sich der

Konsolidierung verweigert.

Frank Sommerfeld, Vorsitzender der SPD-Fraktion, stellt klar: „Wir haben die

Haushaltsberatungen nicht aufgekündigt. Wir schlagen einen anderen Weg vor:

weg von der kurzfristigen Betrachtung eines einzelnen Jahres, hin zu einem

verbindlichen Sanierungsplan für die kommenden Jahre. Das ist kein Rückzug,

sondern ein konkretes Angebot, die Gespräche auf einer tragfähigen Grundlage

fortzusetzen.“

Das gemeinsame Ziel der drei Fraktionen bleibt die langfristige finanzielle und

politische Handlungsfähigkeit Bad Salzuflens. Sie sind bereit, auch schwierige

Entscheidungen zu beraten. Voraussetzung ist, dass die Konsolidierung auf

vollständigen Zahlen, klaren Zielen und einem nachvollziehbaren Gesamtplan

beruht.

Bad Salzuflen braucht nicht nur eine Lösung für das Jahr 2027, sondern

einen verlässlichen Weg für die kommenden Jahre.

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.