Nach dem freundl. Gesicht das kalte Herz

Kommentar vom 16.12.2016

Nach dem freundlichen Gesicht das kalte Herz

Passend zur Weihnachtszeit zeigen christliche Hardliner ihr kaltes Herz. Die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan soll laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière bewusst als Signal verstanden werden. Die Abgeordneten der Regierungskoalition haben dem am Freitag ausdrücklich zugestimmt.

An die Flüchtlinge aus und in Afghanistan (und anderswo): Ihr habt hier keine Chance, auch wenn ihr aus verwüsteten Kriegsgebieten kommt! Euer Elend interessiert uns nicht.

Und an die so genannten Wutbürger, die CSU und überhaupt an uns alle: Wir machen den Laden jetzt dicht! Schluss mit dem „freundlichen Gesicht“.

Noch im September, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle hatte die Kanzlerin den rechten Kritikern entgegengehalten, dass sie sich nicht für ein freundliches Gesicht entschuldigen wolle. Wenn es so weit käme, „dann ist das nicht mein Land.“

Bislang war es Tabu, die zu uns Geflüchteten in ein von Krieg und Terror gebeuteltes Land zurück zu transportieren, auch wenn sie nicht als Asylbewerber anerkannt sind. Die Kritik perlt am Innenminister ab. Übrigens: Thomas de Maizière ist Mitglied der Christlich-Demokratischen Union und Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Ist das Kalte Herz die christliche Botschaft zu Weihnachten 2016?

Anmerkung:
Das Kalte Herz ist eine Novelle von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1827.

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