Zur ICE Neubaustrecke Hannover-Bielefeld

Die geplante ICE Neubaustrecke Hannover-Bielefeld hat in den letzten Monaten bereits für enormen Wirbel gesorgt. Wir unterstützen die Verkehrswende und die hierfür notwendigen Maßnahmen. Der Bahnverkehr spielt dabei eine zentrale Rolle, um insbesondere den klimaschädlichen Flugverkehr zu reduzieren.

Dafür sind Veränderungen in unserem derzeit bereits stark beanspruchten und an vielen Stellen in die Jahre gekommenen Schienennetz notwendig. Der Deutschlandtakt als zentrale Vorgabe sorgt vornehmlich für eine Reduzierung der Umstiegszeit an den Bahnhöfen und damit der gesamten Reisezeit. Sicherlich werden modernere und schnellere Züge, Gleisanlagen und Hochgeschwindigkeitsstrecken auch dazu beitragen. Folglich müssen daher Bahnhöfe für das gesteigerte Personenaufkommen erweitert und für den Fall der Wartezeit angenehmer gestaltet werden. Zusammengefasst ist das ein großes Maßnahmenbündel; ein Update für die Bahn, wie wir sie bislang in Deutschland kennen.

Die Strecke Hannover-Bielefeld stellt in der aktuellen Form eine Herausforderung für dieses Update dar. Die Verbindung Hannover-Hamm kann derzeit nicht unter 60 Minuten befahren werden. Der Knackpunkt liegt zwischen Hannover und Bielefeld. Hierfür sind derzeit um die 50 Minuten Fahrtzeit notwendig. Um den Deutschlandtakt zum Erfolg zu machen, muss diese Fahrzeit möglichst nah an den 30 Minuten ausgerichtet werden. Dazu könnten wir aus der Verbindung Hamm-Bielefeld ein paar Minuten abzweigen, da diese derzeit mit 25 Minuten unter den anvisierten 30 Minuten verkehrt.

Die möglichen Lösungen sind vielfältig und nach der öffentlichen Auftaktveranstaltung von der Deutschen Bahn am 14. Januar geht die Suche danach jetzt richtig los. Wir fordern einen flächen-, landschafts- und naturschonenden Ausbau, welcher die Belange der Menschen in der Region respektiert und in die Bewertung aufnimmt.

Der Wunsch nach dem Ausbau der bisherigen Strecke ist auf den ersten Blick sicherlich interessant. Jedoch muss beachtet werden, dass dieser im gesamten Trassenverlauf nicht ohne Weiteres möglich ist und im bestehenden Netzbetrieb große Herausforderungen mit sich bringt.

Einem Trassenneubau stehen hohe Baukosten und große Eingriffe in unsere Natur gegenüber. Als schlechteste Lösung erscheint uns momentan die Verlangsamung der Verbindung Bielefeld-Hannover auf 60 Minuten.

Die Deutsche Bahn hat eine ergebnisoffene Planung versprochen. Wir werden diese Planungen weiterhin kritisch begleiten und die Anliegen der Bad Salzufler*innen vertreten.

Sprecher des Ortsverbandes

2 Kommentare

  1. Peter Hellmann

    Wenn der Deutschland Takt die zentrale Vorgabe ist, dann muss gebaut werden entweder eine komplett neue Strecke ca. 90 km oder ein Aus-/Neubau z.B. Variante „Bad Oeynhausen“ ca. 60 km. Denn die vom Zielfahrplan 2030+ vorgesehene Fahrzeit von 31 Minuten ist das Ergebnis einer sehr genauen Gesamtplanung. Die Möglichkeiten, davon abzuweichen, sind sehr begrenzt und beschränken sich auf etwa 5 Minuten. Eine Integration in den Deutschlandtakt ist bei Fahrzeiten bis zu 36 Minuten möglich. Mehr als 5 Minuten ergeben gravierende Anschlussverluste oder erfordern sehr tiefe Eingriffe in den Deutschlandtakt. (entnommen von der Internetseite Initiative Deutschland Takt / Fahrgastverband Pro Bahn) oder gibt es dazu andere Gutachten, die zu einem anderen Ergebnis kommen?

    • Sebastian Klatte

      Die Deutsche Bahn hat mit der Auftaktveranstaltung am 14. Januar in die Suche nach Möglichkeiten begonnen. Diese und weitere Fragen wird die Bahn dann im Laufe der nächsten Jahre genauer beantworten können.
      Derzeit gibt es verschiedene Vorüberlegungen, wie dies im Deutschlandtakt durch Neubau, Ausbau oder Verlangsamung der Strecke Hannover-Bielefeld denkbar wäre. Bielefeld könnte sogar Knotenpunkt werden, je geringer die Fahrtdauer wird.
      Es gibt andere Stimmen, wie Prof. Hesse die vorschlagen, dass in Hannover Züge aus der Ost-West-Richtung nicht zur vollen und halben, sondern zur Viertel- und Dreiviertelstunde einfahren. Dies hätte jedoch „gravierende Anschlussverluste oder erfordert sehr tiefe Eingriffe in den Deutschlandtakt“ wie Sie bereits zur Fahrzeit jenseits der 36 Minutenmarke geschrieben haben.

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